HepHopper ist eine Initiative von JES (Junkies, Ehemalige, Substituierte) NRW e.V. zur Beratung und Testung auf Hepatitis C und HIV in den Großräumen Duisburg-Wesel sowie Dortmund/Unna und wird durch Gilead Sciences GmbH unterstützt. Die Projektphase I dauerte von Januar 2022 bis Januar 2023; Projektphase II läuft seit Herbst 2023.
Übertragungswege und Behandlungsmöglichkeiten von konsumassoziierten Infektionen wie Hepatitis C und HIV sind unter Drogengebrauchenden nicht ausreichend geläufig. Darüber hinaus bestehen Vorbehalte gegenüber der Behandlung, da sie immer noch mit dem Wirkstoff Interferon in Verbindung gebracht wird, moderne Therapien sind oft nicht bekannt. Viele Drogengebrauchende haben auch keinen Zugang zu Beratungs- und Testangeboten oder suchen diese aus Angst vor Stigmatisierung nicht auf.
Ein Erfolgsfaktor des Projekts ist die Kooperation mit anderen Einrichtungen sowie mit regionalen Substitutionsärzt*innen, die einen niedrigschwelligen und schnellen Zugang zur Diagnosesicherung und gegebenenfalls zur Behandlung gewährleisten.
Peers suchen die Klientel auf Szenetreffs, in Info-Cafés sowie im Rahmen der Streetwork auf und bieten Aufklärung zu Hepatitis C und HIV an. Durch eine spezielle Schulung der Deutschen Aidshilfe („Schnelltestung ohne Ärzt*innen”) können Sie darüber hinaus Schnelltests auf die Infektionen durchführen. Dank der Betroffenenkompetenz der Peers sind die Begegnungen mit der Klientel von Nähe und Verständnis geprägt, die Angst vor Stigmatisierung wird dadurch minimiert. Diese Herangehensweise macht es Drogengebrauchenden leichter, den ersten Schritt hin zu einer Hepatitis-C- oder HIV-Versorgung zu gehen. Zudem besteht die Möglichkeit, sich von den Peers bei der fachärztlichen Versorgung begleiten zu lassen.
In der ersten Projektphase wurden sieben Städte in Nordrhein-Westfalen aufgesucht und sieben Kooperationen mit Suchthilfeeinrichtungen etabliert. 690 Menschen der Zielgruppe konnten erreicht werden, wobei sich insbesondere die Streetwork-Angebote als erfolgreich erwiesen. 91 Personen ließen sich auf HCV testen. Rund 380 Personen, die die HepHopper-Angebote nutzten, fanden jedoch keinen Zugang zu regionalen Hilfestrukturen. In der Projektphase II sollen daher Testung und Anbindung an die ärztliche Versorgung intensiviert werden. In den ersten 6,5 Monaten wurden bereits 132 Personen auf HCV, 106 Personen auf HIV getestet. Von den niedrigschwellig durchgeführten Tests waren 42 positiv auf HCV und 9 positiv auf HIV.